Darf ich vorstellen – das neue Date im Freundeskreis

Wer kennt dieses Phänomen nicht: Ein bester Freund verliebt sich und wird dann für Monate nicht mehr gesehen. Zurück bleibt ein Freundeskreis, der entweder geduldig wartet und vorerst ohne den Verliebten weiterplant – oder Freunde, denen plötzlich jemand Vertrautes zum Reden und für gemeinsame Unternehmungen fehlt. Neue Lieben können alte Freundschaften bereichern, doch manchmal sogar gefährden. Wer die rosarote Brille aufhat, der verliert schnell das Gefühl für Raum und Zeit. Omas kluger Ratschlag hieß einmal: Die Liebe geht, Freunde bleiben. Nun ist die Liebe gerade erst angekommen. Wie kann man dafür sorgen, dass beides bleibt: Die alten Freunde und die neue Liebe. Wie bringt man so viel Glück in einen Kalender? In ein Leben?

Eins und eins sind gleich zwei… Freundeskreise

Ein Freundeskreis kann ein herrlich homogener Haufen sein, der sich gefühlt schon ewig kennt und seit Jahren gemeinsam durch dick und dünn geht. Auch kann er sich aus vielen Einzelfreundschaften zusammensetzen, aus Menschen, die sich untereinander nicht besonders gut kennen, jedoch jeweils genauso eng mit diesem einen Menschen verbunden sind. Nun heißt es, eine neue Bekanntschaft und die alten Freunde so zu verbinden, dass die Freude darüber überall groß ist. Wie geht das? Vielleicht haben die besten Freunde schon wochenlang mitgefiebert und können ein Kennenlernen kaum erwarten. Das wäre der Idealfall: Eine Party und schon ist es vollbracht. Doch was, wenn die Dates bisher recht heimlich stattgefunden haben, in Bars und Restaurants, in denen sicher nie ein Bekannter auftauchen würde. Dann stellt sich die Frage: Wie sage ich es meinen Freunden? Die Erwartungen Neuverliebter sind oft sehr hoch. Manch einer wünscht sich von Tag eins an in den Social-Media-Kanälen des neuen Partners erwähnt zu werden, obwohl hier ein vermeintliches „Verstecken“ oft gar nicht negativ ist, sondern ein gutes Zeichen. Privates ist inzwischen wieder wertvoller geworden und wird seltener online zur Schau gestellt: Reisen, Konzerte, neuer Job, neuer Wohnort – ja - doch nicht mehr unbedingt mit wem. Bei einem Zufallstreffen auf der Straße, da ist die Art des Vorstellens ein wirklicher Indikator. Wer hier wie unsichtbar stehengelassen wird, sollte unbedingt Fragen stellen.

Beste Freunde und die/der Neue

Offizielle Vorstellungsrunden bei den besten Freunden lösen oft genauso viel Nervosität aus, wie erste Dates. Dabei trifft hier zusammen, wer von demselben Menschen besonders gemocht wird. Das heißt natürlich nicht, dass man sich untereinander automatisch auch mag, doch eine gute Chance dafür besteht. Wen der Gedanke an eine große Vorstellungsrunde noch nervös macht, beginnt einfach mit Treffen im kleinen Kreis, um niemanden zu überfordern. Irgendwann kommt schon ein Anlass, bei dem sich Freunde sowieso in großer Runde treffen. Das können Geburtstagsfeiern sein, Gartenfeste, Radtouren - etwas, das man regelmäßig zusammen unternimmt und nun mit einer lieben Person mehr. Gleichzeitig kommen Fragen auf: Bedeutet das Vorstellen der Freunde, dass die Kennenlernphase abgeschlossen und die Partnerschaft nun offiziell ist? Vermissen die Freunde noch den oder die Ex? Werden sie vergleichen? Müssen sich auch die Freundeskreise untereinander mögen? Letztere Frage beantwortet sich sofort: nein, müssen sie nicht. Wenn ja, umso besser. Die oder der Ex war vorher Teil des Freundeskreises und ist es vielleicht immer noch. Wir kennen ein Beispiel, als „die Neue“ und „die Ex“ gemeinsam verreist sind. Beide Frauen waren sich sehr ähnlich, mochten sich und teilten das gleiche Hobby. Da das überhaupt nichts mit ihrem neuen und alten Partner zu tun hatte und es sich für alle gut anfühlte, gelang das Wunder. Die Voraussetzung für so viel Harmonie ist natürlich, dass keiner der Beteiligten noch mit verletzten Gefühlen zu kämpfen hat.

Ab jetzt ganz offiziell

Ein anderer Stolperstein ist Eifersucht. Hat der neue Partner eine beste Freundin oder die neue Partnerin einen besten Freund, ist von Anfang an Vertrauen gefragt – und viel Selbstvertrauen: Denn meist sind diese „Besties“ großartige Verbündete, keine Gegner. Die wichtigste aller Fragen in dieser Kennenlernphase bleibt jedoch: Sind wir jetzt offiziell ein Paar? Beantwortet sich diese Frage nicht von allein – durch ein Gespräch oder einfach durch große Gefühle - dann ist es wichtig, den eigenen Blickwinkel zu erweitern und zu verstehen, dass jeder Mensch anders mit einer beginnenden Partnerschaft umgeht. Es ist durchaus möglich, dass es für das aktuelle Date eine Selbstverständlichkeit ist, den Freundeskreis von Anfang an zu öffnen, ohne schon beantworten zu können, ob es Pläne fr eine langfristige Partnerschaft gibt. Genauso ist es nicht ungewöhnlich, dass das Vorstellen der

Freunde fast heilig ist und nur potenziellen Kandidaten für die große Liebe vorbehalten bleibt. Wer sich durch eine dieser Verhaltensweisen verunsichert fühlt, kann Fragen stellen, die Meinung seiner Freunde einholen oder die Zeit für sich spielen lassen. Auf jeden Fall wird intensives Grübeln hier nur zu unnötigen Zweifeln führen. Wie wäre es, auch dieses wichtige Thema mit einer gewissen Leichtigkeit zu betrachten - wie Kurt Tucholsky, der einmal sagte: „Das Schönste an der Liebe ist die Liebe selber.“

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